Wärmepumpen an Controme anbinden
Bevor wir in die technischen Details eintauchen, ist es wichtig zu verstehen, dass das Ziel im ersten Schritt eine funktionierende und vorteilhafte Anbindung Ihrer Wärmepumpe ist. Controme integriert wegweisende Funktionen – von PV‑Überschussnutzung und COP‑Optimierung über dynamische Stromtarife und intelligente Raumregelung bis zu Schnittstellen wie SG‑Ready, Modbus, KNX und innovativen Durchflussalgorithmen (FloorCore™, DHA) – und wächst flexibel mit Ihren Anforderungen.
In dieser Anleitung geht es darum, diesen entscheidenden ersten Schritt – die Anbindung der Wärmepumpe – erfolgreich umzusetzen. Sobald dies erfolgt ist, können Sie sich nach und nach auf die innovativen Features konzentrieren, die Controme für maximale Effizienz bereithält.
1. Anbindungsvarianten (von einfach bis umfassend)
Es gibt verschiedene Wege, Ihre Wärmepumpe mit Controme zu verbinden. Wir stellen Ihnen die gängigsten Methoden vor, beginnend mit der einfachsten Variante.
Welche Variante passt zu Ihrer Ausgangslage?
| Variante | Typische Ausgangslage | Verbindung | Steuerungstiefe |
|---|---|---|---|
| 1 — Indirekte Steuerung | Keine Verkabelung zur Wärmepumpe möglich oder gewünscht | keine | Grundfunktionen über die Raumregelung |
| 2 — EVU-Sperrkontakt | Jede Wärmepumpe (Kontakt ist immer vorhanden) | 1 Relais | Sperren / Freigeben |
| 3 — SG-Ready | Wärmepumpe mit SG-Ready-Eingängen | 2 Relais | Sperren, Normal-, verstärkter Betrieb, Anlaufbefehl |
| 4 — Modbus (TCP oder RTU) | Wärmepumpe mit Modbus-Schnittstelle (Netzwerk oder RS485) | Netzwerk bzw. serielle Busleitung | Werte lesen UND Sollwerte/Leistung vorgeben |
| 5 — KNX | Gebäude mit KNX-Installation | KNX-IP-Gateway | Kontakte über KNX-Aktoren schalten, Werte vom Bus nutzen |
| 6 — 0-10V | Wärmepumpe mit analogem Sollwert-Eingang | Analogleitung | Kontinuierliche Sollwert-/Leistungsvorgabe |
Die Varianten schließen sich nicht gegenseitig aus – häufig ist die Kombination sinnvoll, z. B. Modbus zum Auslesen der Betriebswerte plus SG-Ready zur Freigabesteuerung.
1.1 Variante 1: Keine direkte Anbindung der Wärmepumpe (Indirekte Steuerung)
Funktionsweise: Auch ohne direkte elektrische Verbindung zur Wärmepumpe kann Controme diese indirekt beeinflussen. Indem Controme die Stellantriebe Ihrer Fußbodenheizung intelligent öffnet und schließt, ändert sich der Bedarf an Heizwasser. Fließt kälteres Wasser aus den Räumen zur Wärmepumpe zurück, wird diese in der Regel selbstständig anspringen, um die gewünschte Heizwassertemperatur zu erreichen. Ein typisches Beispiel: Ist zunächst nur der Stellantrieb im Bad geöffnet und schaltet Controme nun zusätzlich das Wohnzimmer frei, fließt das kühlere Wasser aus dem Wohnzimmer zur Wärmepumpe. Diese erkennt den höheren Bedarf und startet. Da das Bad meist als wärmster Raum das Temperaturniveau vorgibt, reicht die von der Wärmepumpe produzierte Temperatur in der Regel aus, um auch andere Räume mit zu erwärmen – was beispielsweise bei kostenlosem PV-Strom sinnvoll ist. Dieses Verhalten zeigt: Die Wärmepumpe lässt sich sogar ohne direkte Anbindung indirekt über die Raumregelung wirkungsvoll betreiben. Die Thematik der Wärmepumpen-Anbindung sollte daher nicht überbewertet werden – es funktioniert oft schon erstaunlich gut ohne jegliche Verbindung.
Vorteile:
Kein zusätzlicher Installationsaufwand an der Wärmepumpe.
Grundlegende Controme-Features wie die bedarfsgeführte Raumregelung und sogar das Über- und Unterheizen der Räume (z.B. zur PV-Eigenverbrauchsoptimierung) sind bereits in gewissem Maße umsetzbar.
Einschränkungen:
Keine direkte Abschaltung oder Leistungsregelung der Wärmepumpe durch Controme möglich.
Die Optimierungspotenziale (z.B. COP-Optimierung, Nutzung dynamischer Stromtarife) sind limitiert. Empfehlung: Eine gute Startoption, um die Vorteile der Controme Raumregelung zu nutzen, wenn eine direkte Anbindung zunächst nicht realisiert werden kann oder soll.
1.2 Variante 2: Steuerung über die EVU-Schnittstelle (Sperrkontakt)
Funktionsweise: Jede Wärmepumpe muss mit einem EVU-Freigabekontakt (auch Sperrkontakt genannt) ausgestattet sein. Controme kann über ein Relais am Controme Gateway diesen Kontakt ansteuern und die Wärmepumpe freigeben oder sperren. In Gebäuden mit KNX-Installation kann das Relais alternativ ein KNX-Schaltaktor bereitstellen, den Controme als System-Aktor ansteuert (siehe Variante 5) – der EVU-Eingang der Wärmepumpe erwartet einen potentialfreien Kontakt, der gewählte Aktorkanal muss das leisten. Logik: Controme sperrt die Wärmepumpe, wenn keine Wärmeanforderung aus den Räumen besteht UND keine Anforderung zur Warmwasserbereitung vorliegt. Konfiguration und Einrichtung:
- Raumanforderung: Im Controme Modul „Raumanforderung“ können Sie festlegen, welche Räume eine Wärmeanforderung auslösen können. Wählen Sie hier vorzugsweise „wichtige“ Räume (z.B. Wohnzimmer, Bad), um zu verhindern, dass die Wärmepumpe für einzelne, weniger wichtige Räume mit geringem Durchfluss und damit schlechterem Wirkungsgrad anspringt.
- Heizkurve an der Wärmepumpe anpassen: Da Controme die Wärmepumpe abschaltet, sobald kein Bedarf mehr besteht, sollte die Heizkennlinie in der Steuerung der Wärmepumpe selbst etwas HÖHER eingestellt werden (z.B. um 2 Kelvin parallel nach oben verschieben). Dies stellt sicher, dass bei Aufheizvorgängen, die Controme so kurz wie möglich hält, bei Bedarf mehr Heizleistung zur Verfügung steht.
- Warmwasseranforderung: Über den EVU-Kontakt wird die komplette Wärmepumpe und damit auch die Warmwasserbereitung gesperrt. Daher muss bei dieser Anbindungsvariante sichergestellt werden, dass Controme die aktuelle Warmwassertemperatur kennt. Nur so kann das System zuverlässig entscheiden, ob die Wärmepumpe gesperrt werden darf oder ob noch Bedarf für Warmwasser besteht. Andernfalls könnte es zu Versorgungslücken kommen.
- Installieren Sie einen Controme Temperatursensor im Warmwasserspeicher.
- Legen Sie im Modul „Differenzregelung“ eine Zweipunktregelung für den Warmwassersensor (als S2) an. Stellen Sie als Solltemperatur die gewünschte Mindesttemperatur für das Brauchwasser ein.
- In der Wärmepumpensteuerung selbst muss eine etwas höhere Zieltemperatur für das Warmwasser eingestellt sein als die Mindesttemperatur in Controme.
Vorteile:
- Niedrigstmögliche Temperatur des Heizmediums, da die WP frühzeitig abgeschaltet wird.
- Größtmöglicher Wärmeträgerdurchfluss während des Heizvorgangs durch Bündelung der Anforderungen.
- Weniger Ein- und Ausschaltvorgänge (Takten) der Wärmepumpe.
- Universell einsetzbar, da jede WP über einen EVU-Kontakt verfügt.
Nachteil:
- Bei EVU-Steuerung wird stets die komplette Wärmepumpe – inklusive Warmwasserbereitung – gesperrt. Wird die Wärmepumpe wieder freigegeben (z. B. bei Raumanforderung), startet sie in der Regel zuerst mit der Warmwasserbereitung – unabhängig von einer gezielten Optimierung.
Optional: Vollständig separate Brauchwassersteuerung mit dem Controme Sensoren-Manipulator:
- Um die Warmwasserbereitung auch dann zu unterbinden, wenn die Raumheizung freigegeben ist, kann der Controme Sensoren-Manipulator eingesetzt werden.
- Dieser wird an den Brauchwassersensor der Wärmepumpensteuerung angeschlossen.
- Bei Bedarf (steuerbar über Controme, z.B. über die zuvor erstellte Zweipunktregelung für Warmwasser) manipuliert er das Sensorsignal so, dass die Wärmepumpe „denkt“, das Wasser sei bereits ausreichend warm. So kann die Raumheizung laufen, ohne dass gleichzeitig Warmwasser erzeugt wird.
1.3 Variante 3: Anbindung über die SG-Ready-Schnittstelle (Smart Grid Ready)
Funktionsweise: Die SG-Ready-Schnittstelle ist eine Erweiterung des EVU-Kontakts und besteht üblicherweise aus zwei potentialfreien Eingängen (SG-Ready A und SG-Ready B), die von Controme über zwei Relais am Gateway angesteuert werden können – oder, in Gebäuden mit KNX-Installation, über zwei Kanäle eines KNX-Schaltaktors mit potentialfreien Kontakten (siehe Variante 5). Dies ermöglicht vier definierte Betriebszustände:
- Betriebszustand 1 (A: Geschlossen, B: Geöffnet): Blockierung. Verdichter und Zusatzheizung werden blockiert (ähnlich EVU-Sperre). Controme nutzt dies, wenn weder Raumwärme noch Warmwasser benötigt wird.
- Betriebszustand 2 (A: Geöffnet, B: Geöffnet): Normalbetrieb. Kein externer Einfluss auf die Wärmepumpe. Die WP arbeitet nach ihrer internen Regelung.
- Betriebszustand 3 (A: Geöffnet, B: Geschlossen): Verstärkter Betrieb (Einschaltempfehlung). Die Wärmepumpe läuft im energieeffizienten, verstärkten Betrieb für Raumheizung und Warmwasserbereitung. Controme kann diesen Modus aktivieren, z.B. bei PV-Überschuss oder günstigen Stromtarifen, um Energie in den Pufferspeicher oder die Estrichmasse „einzulagern“. Was „verstärkter Betrieb“ genau bedeutet (z.B. Erhöhung der Vorlauf- oder Warmwassertemperatur um X Kelvin), muss im Regler der Wärmepumpe konfiguriert werden.
- Betriebszustand 4 (A: Geschlossen, B: Geschlossen): Definitiver Anlaufbefehl. Die Wärmepumpe wird aktiv eingeschaltet (ggf. auch mit Zusatzheizung), sofern im Rahmen der WP-Regeleinstellungen möglich. Dies kann für spezielle Tarifmodelle oder zur Sicherstellung der Wärmeversorgung genutzt werden.
Vorteile gegenüber EVU:
- Möglichkeit, die Wärmepumpe aktiv in einen „Boost“-Modus zu versetzen, um günstige Energie (PV-Strom, Niedertarif) optimal zu nutzen und Wärme zu speichern.
- Feinere Abstimmung des Betriebsverhaltens.
Konfiguration:
- Die Logik für die Ansteuerung der Relais wird in Controme (z.B. über das FPS-Modul in Kombination mit PV-Ertrag, Strompreisen, Raumanforderungen) definiert.
- Die genauen Auswirkungen des „verstärkten Betriebs“ (Zustand 3) und des „Anlaufbefehls“ (Zustand 4) müssen in der Wärmepumpensteuerung selbst eingestellt werden.
Voraussetzung für die Varianten 4 und 5 (Modbus und KNX): Beide digitalen Anbindungswege sind Teil von Smart-Home-Connect; Voraussetzung ist Smart-Heat NOVA 27. Die Freischaltung erhalten Sie wahlweise über das Smart-Heat-OS Services-Paket (Smart-Home-Connect ist darin enthalten) oder als Einmalkauf Smart-Home-Connect. Beide Wege schalten dasselbe frei: alle Protokolle (KNX, Home Assistant, Loxone, Homey, REST/HTTP, Modbus) mit einem gemeinsamen Kontingent von 50 Entitäten – für die Wärmepumpen-Anbindung in einem Einfamilienhaus mehr als ausreichend. Die Varianten 1 bis 3 und 6 benötigen keine Freischaltung.
1.4 Variante 4: Ansteuerung über Modbus (TCP und RTU)
Funktionsweise: Viele Wärmepumpen verfügen über eine Modbus-Schnittstelle. Controme kann über dieses standardisierte Protokoll direkt mit der Wärmepumpe kommunizieren – eingerichtet wird die Verbindung im Plugin „UniConnect“ auf dem Mini-Server. Dabei werden zwei Übertragungswege unterstützt:
- Modbus TCP: Die Wärmepumpe hängt per LAN/WLAN im Heimnetzwerk und wird über ihre IP-Adresse angesprochen. Das ist der einfachste Weg, wenn die Wärmepumpe eine Netzwerk-Schnittstelle mitbringt.
- Modbus RTU (seriell über RS485): Viele Wärmepumpen bieten statt (oder zusätzlich zu) Modbus TCP einen seriellen Modbus-Anschluss in Form einer RS485-Klemme – teils direkt am Gerät, teils über eine Zubehör-Platine oder ein kleines Schnittstellenmodul des Herstellers. Für diesen Weg wird am Mini-Server ein handelsüblicher USB-zu-RS485-Adapter eingesteckt, von dem eine zweiadrige Busleitung zur Wärmepumpe führt. In UniConnect wählen Sie beim Datenpunkt einfach das Protokoll „Modbus RTU (Seriell / RS485)“, lassen den seriellen Anschluss automatisch suchen und tragen die seriellen Verbindungsparameter aus der Wärmepumpen-Dokumentation ein (Baudrate, Parität, Stoppbits); ein eingebauter Verbindungstest prüft die Strecke direkt beim Einrichten.
Unabhängig vom Übertragungsweg kann Controme dann in beide Richtungen kommunizieren:
- Daten auslesen: Controme kann eine Vielzahl von Werten aus der Wärmepumpe in Echtzeit abrufen (z.B. Vorlauftemperatur, Rücklauftemperatur, Außentemperatur, Statusinformationen, Betriebsstunden, Fehlermeldungen, ggf. auch Pufferspeicher- oder Warmwassertemperaturen).
- Daten schreiben/steuern: Controme kann aktiv Sollwerte oder Betriebsparameter an die Wärmepumpe senden. Der wichtigste steuerbare Wert ist oft die exakte Vorlauftemperatur oder eine Leistungsvorgabe für die Wärmepumpe.
Vorteile:
- Oft die beste und umfassendste Anbindungsvariante.
- Controme kann stets die optimale Vorlauftemperatur bzw. Leistung der Wärmepumpe einstellen – je niedriger diese Temperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe.
- Es ist ein kontinuierlich angepasster, effizienter Betrieb möglich – es wird immer nur so viel Wärme erzeugt, wie tatsächlich sinnvoll ist.
- Optimale Abstimmung der Wärmepumpenleistung auf den tatsächlichen Wärmebedarf der Räume.
- Potenzial zur Reduktion von Controme-eigenen Sensoren im Heizraum, wenn die Werte zuverlässig via Modbus ausgelesen werden können.
Nachteil:
- Die Umsetzung ist stark herstellerabhängig. Jede Wärmepumpe hat eigene Besonderheiten, die man kennen und verstehen muss.
- Es ist zwingend notwendig, dass sich der Nutzer aktiv mit der Materie beschäftigt und das nötige Verständnis mitbringt.
Konfiguration:
- Erfordert Kenntnisse der Modbus-Register der spezifischen Wärmepumpe (Herstellerdokumentation).
- Einrichtung der Modbus-Kommunikation im Plugin „UniConnect“ auf dem Mini-Server – dort ist die Vorgehensweise Schritt für Schritt beschrieben, inklusive Erste-Schritte-Anleitung und Fehlersuche.
- Bei Modbus RTU zusätzlich: USB-zu-RS485-Adapter am Mini-Server und die seriellen Verbindungsparameter aus der Wärmepumpen-Dokumentation.
1.5 Variante 5: Anbindung über KNX
Funktionsweise: Ist im Gebäude eine KNX-Installation vorhanden, kann Controme diese direkt für die Wärmepumpen-Anbindung mitnutzen. Controme ist am KNX-Bus ein vollwertiger Teilnehmer in beide Richtungen – es liest Werte von KNX-Geräten ein und schaltet selbst KNX-Aktoren. Die Verbindung stellt ein KNX-IP-Gateway her (z. B. das KNX IP Gateway aus unserem Shop); die vollständige Einrichtung ist in der Anleitung „KNX“ beschrieben. Für die Wärmepumpe ergeben sich daraus zwei Nutzungswege:
- Kontakt-Schnittstellen über KNX-Aktoren schalten: Der EVU-Sperrkontakt (Variante 2) oder die beiden SG-Ready-Eingänge (Variante 3) der Wärmepumpe werden statt an Relais eines Controme Gateways an Kanäle eines KNX-Schaltaktors angeschlossen. Controme stellt jeden KNX-Aktor als System-Aktor bereit – er erscheint dann in der Ausgänge-Einrichtung neben den Gateway-Ausgängen und wird von der Steuerlogik (Raumanforderung, FPS) genauso angesteuert. Wichtig: Die Wärmepumpen-Eingänge erwarten potentialfreie Kontakte – der gewählte Aktorkanal muss das leisten (im Zweifel Datenblatt des Aktors prüfen oder uns ansprechen).
- Messwerte vom KNX-Bus nutzen: Temperaturen, die bereits auf dem KNX-Bus liegen (z. B. Außentemperatur eines KNX-Wetterfühlers oder eine Speichertemperatur), lassen sich als System-Sensor in Controme einbinden und stehen dann der gesamten Regelung zur Verfügung – etwa der Zweipunktregelung für Warmwasser aus Variante 2, ohne dass ein zusätzlicher Controme-Sensor installiert werden muss.
Vorteile:
- Nutzt die vorhandene KNX-Infrastruktur – keine neuen Steuerleitungen vom Controme Gateway zur Wärmepumpe nötig, wenn ein KNX-Aktor in deren Nähe sitzt.
- Vorhandene KNX-Sensorik (Außenfühler, Raumbediengeräte) fließt direkt in die Controme-Regelung ein.
- Kombinierbar mit allen anderen Varianten – KNX liefert die Schaltkanäle und Messwerte, die Steuerungsintelligenz bleibt in Controme.
Nachteil:
- Setzt eine KNX-Installation samt ETS-Konfiguration voraus – die Einrichtung der Gruppenadressen erfordert KNX-Fachkenntnisse.
- Die Steuerungstiefe entspricht der jeweils geschalteten Schnittstelle (EVU bzw. SG-Ready); eine kontinuierliche Sollwertvorgabe wie bei Modbus oder 0-10V ist auf diesem Weg nur möglich, wenn die Wärmepumpe selbst Sollwerte über KNX entgegennimmt.
1.6 Variante 6: Ansteuerung über eine analoge 0-10V Schnittstelle
Funktionsweise: Einige Wärmepumpen bieten die Möglichkeit, Sollwerte (z.B. Vorlauftemperatur oder Leistungsanforderung) über ein analoges 0-10 Volt Signal von einer externen Steuerung wie Controme zu empfangen. Das analoge 0–10 V-Signal kann über die zentrale Heizungsregelung „Universal-Gateway PRO“ oder alternativ über das Floor-Gateway PRO von Controme ausgegeben werden.
Vorteile:
- Direkte Vorgabe von Leistung oder Temperatur möglich.
- Vergleichbare Vorteile wie bei Modbus: Controme kann die Vorlauftemperatur kontinuierlich optimieren, was bei modulierenden Wärmepumpen einen besonders effizienten, angepassten Betrieb ermöglicht.
Nachteil:
- Auch hier sind herstellerspezifische Besonderheiten zu beachten.
- Der Nutzer muss bereit sein, sich ggfs. mit den Eigenheiten seiner Wärmepumpe auseinanderzusetzen und ein gewisses technisches Verständnis mitbringen.
2. Ich möchte meine Wärmepumpe mit meiner PV-Anlage über die SG-Ready-Schnittstelle verbinden. Wie lässt sich Controme hier einbinden?
Soll der Wechselrichter direkt an die Wärmepumpe angeschlossen werden oder über Controme laufen? Ist es möglich, sowohl die PV-Integration als auch die Controme-Steuerung über SG-Ready zu nutzen?
Antwort:
Sie müssen sich nicht zwischen der direkten PV-Integration und der intelligenten Steuerung durch Controme entscheiden – im Gegenteil, Controme ermöglicht Ihnen, beides optimal zu kombinieren.
- Verkabelung:
- Die SG-Ready-Ausgänge Ihres PV-Wechselrichters (oder eines separaten Energiemanagers, der den PV-Überschuss signalisiert) werden an zwei Universal-Eingänge des Controme Heizungsreglers PRO angeschlossen.
- Zwei Relais-Ausgänge des Controme Heizungsreglers PRO werden dann mit den SG-Ready-Eingängen Ihrer Wärmepumpe verbunden.
- In Gebäuden mit KNX-Installation können die SG-Ready-Eingänge der Wärmepumpe alternativ über zwei Kanäle eines KNX-Schaltaktors verbunden werden, die Controme als System-Aktoren schaltet (siehe Variante 5) – die Steuerlogik bleibt identisch.
- Die Funktionsweise mit Controme als intelligentem Vermittler:
- Einfache Durchleitung (Basis-Funktion): In der einfachsten Konfiguration kann Controme so programmiert werden, dass es die Signale des Wechselrichters quasi 1:1 an die Wärmepumpe weiterleitet. Meldet der Wechselrichter also beispielsweise „PV-Überschuss vorhanden“ (was einem bestimmten SG-Ready-Zustand entspricht, z.B. „verstärkter Betrieb“), gibt Controme dieses Signal direkt an die Wärmepumpe weiter. Ihre Wärmepumpe würde dann entsprechend reagieren, als wäre der Wechselrichter direkt angeschlossen.
- Der Clou – Zusätzliche Intelligenz durch Controme (empfohlen): Die Stärke von Controme liegt darin, nicht nur ein einzelnes Signal (wie den PV-Überschuss) zu betrachten, sondern eine Vielzahl von Faktoren in die Entscheidung einzubeziehen, wie Ihre Wärmepumpe am effizientesten betrieben wird. Controme nutzt das Signal des Wechselrichters als eine wichtige Information, berücksichtigt aber zusätzlich:
- Den tatsächlichen Wärmebedarf der Räume: Macht es Sinn, die Wärmeenergie jetzt zu speichern (z.B. durch leichtes Überheizen der Räume oder Laden des Pufferspeichers), auch wenn nur wenig PV-Überschuss da ist, aber bald viel benötigt wird?
- Dynamische Stromtarife: Ist der Strompreis vielleicht gerade so extrem günstig, dass es sich lohnt, die Wärmepumpe im verstärkten Betrieb laufen zu lassen, auch ohne PV-Überschuss? Oder ist der Strom teuer und es ist sinnvoller, trotz PV-Überschuss erst den Batteriespeicher zu laden?
- Außentemperatur und Wetterprognose: Insbesondere bei Luft-Wasser-Wärmepumpen ist der Wirkungsgrad (COP) bei höheren Außentemperaturen deutlich besser. Controme kann entscheiden, den PV-Strom dann zu nutzen, wenn die Wärmepumpe am effizientesten läuft, oder die Wärmepumpe sogar präventiv zu sperren, wenn zwar PV-Überschuss da ist, aber in Kürze noch deutlich bessere (wärmere) Betriebsbedingungen zu erwarten sind.
- Warmwasserbedarf: Hat die Warmwasserbereitung vielleicht gerade Priorität, bevor überschüssige Energie in die Raumheizung fließt?
- Alternative mit präziserer Erfassung des PV-Überschusses: PV-Wechselrichter signalisieren über ihre SG-Ready-Ausgänge nur die relativ einfache Information „PV-Überschuss vorhanden: Ja/Nein“ . Für eine noch genauere und intelligentere Steuerung bietet Controme die Möglichkeit, direkt ein Smartmeter auszulesen oder Daten vom Wechselrichter über andere Schnittstellen (z.B. Modbus TCP) zu empfangen. Dadurch kennt Controme den exakten Wert der aktuellen Einspeiseleistung (z.B. in Watt) oder des Gesamtverbrauchs. Diese detaillierte Messung ist oft der reinen SG-Ready-Signalisierung des Wechselrichters überlegen.
Ihr Vorteil mit Controme:
Controme agiert als intelligente Zentrale. Es nimmt das Signal Ihrer PV-Anlage (entweder über die SG-Ready-Eingänge oder, noch besser, durch direkte Auslesung von Smartmeter/Wechselrichter) entgegen und entscheidet dann, basierend auf der Gesamtsituation und Ihren individuellen Einstellungen, ob und wie die SG-Ready-Funktionen Ihrer Wärmepumpe (z.B. verstärkter Betrieb zur Eigenverbrauchsoptimierung oder Blockierung) aktiviert werden.
Kurzum: Sie erhalten nicht nur die PV-Eigenverbrauchsoptimierung, sondern eine ganzheitlich optimierte Betriebsweise Ihrer Wärmepumpe. Controme stellt sicher, dass der PV-Strom intelligent genutzt wird, aber auch andere Effizienzpotenziale wie günstige Stromtarife oder optimale Betriebszeitpunkte für Ihre spezifische Wärmepumpe nicht ungenutzt bleiben. Die direkte Anbindung des Wechselrichters an die Wärmepumpe würde diese übergeordneten Optimierungsstrategien und die Nutzung präziserer Messdaten nicht berücksichtigen können.
3. Wie kann ich bei Wärmepumpen zwischen Heizen und Kühlen umschalten?
Controme bietet hier ausgereifteste Möglichkeiten zur manuellen und automatischen umschaltung zwischen Heizen und Kühlen. Detaillierte Erläuterungen zu diesem Thema sind in der Dokumentation zum Modul „Betriebsarten“ zu finden.