Zirkulationspumpe ansteuern

Eine Zirkulationspumpe hält das warme Wasser in der Zirkulationsleitung in Bewegung, damit es am Wasserhahn ohne lange Wartezeit ankommt. Dieser Komfort hat einen Preis: Läuft die Pumpe dauerhaft oder nach starrer Zeitschaltuhr, verliert die ständig durchströmte Leitung viel Wärme, der Warmwasserspeicher wird unnötig beansprucht und die Betriebskosten können mehrere hundert Euro im Jahr erreichen. Die Lösung ist eine bedarfsgerechte Ansteuerung: Die Pumpe läuft nur dann, wenn es der Warmwasserkomfort tatsächlich erfordert.
Dafür gibt es je nach Softwarestand zwei Wege:
- Smart Heat Nova: Die Differenzregelung bietet den eigenen Anwendungszweck „Zirkulation (Warmwasser)“ — mit Temperaturregelung, Takt-Betrieb, Kopplung an den Warmwasserplan und Boost-Taster. Das ist der empfohlene Weg und wird im ersten Abschnitt beschrieben.
- Klassische Oberfläche: Die Zirkulationspumpe wird über eine Zweipunkt-Differenzregelung mit Kalender-Sperrzeiten gesteuert — beschrieben im zweiten Abschnitt.
1. Zirkulation in Smart Heat Nova: Anwendungszweck „Zirkulation (Warmwasser)“
In Smart Heat Nova ist die Zirkulationspumpen-Steuerung eine eigene Rolle der Differenzregelung: Beim Anlegen der Regelung wird als Anwendungszweck einfach „Zirkulation (Warmwasser)“ gewählt — alle Zirkulations-Einstellungen erscheinen dann direkt in der Regelung. Voraussetzung ist Smart-Heat NOVA 27; fehlt der Anwendungszweck auf Ihrem System noch, bringt ihn das nächste Software-Update.
Das kann die Zirkulations-Regelung:
- Bedarfsgerechte Temperaturregelung: Ein Temperatursensor am Rücklauf der Zirkulationsleitung misst, ob die Leitung noch warm ist. Die Pumpe läuft nur, bis die eingestellte Zieltemperatur erreicht ist — die Temperatur hat beim Ausschalten immer das letzte Wort.
- Takt-Betrieb: Ein festes Zeitraster (z. B. 15 Minuten) gibt die Pumpe nur in den ersten Minuten jedes Rasters frei. Mit Fühler wirkt der Takt als Deckel über der Temperaturregelung und schont Pumpe und Speicher; ganz ohne Fühler übernimmt der Takt die Führung allein — die Regelung funktioniert also auch ohne zusätzlichen Sensor.
- Warmwasserplan als Freigabe: Die Zirkulation kann dem Warmwasser-Zeitprogramm folgen: Je Szene wird festgelegt, ob zirkuliert werden darf (z. B. tagsüber frei, nachts gesperrt). Kalender-Einträge wie Urlaub wirken automatisch mit.
- Boost-Taster: Ein Taster auf der Regelungsseite lässt die Pumpe auf Abruf für eine einstellbare Dauer laufen — praktisch, wenn außerhalb der üblichen Zeiten sofort warmes Wasser gebraucht wird. Der Boost überstimmt Takt, Plan und Temperatur; nur die Sicherheitsgrenzen der Regelung gelten weiter. Nochmaliges Drücken beendet ihn vorzeitig.
- Nur zirkulieren, wenn der Speicher warm ist: Wird zusätzlich der Speicherfühler als Sensor S1 gewählt, läuft die Pumpe nur, wenn der Warmwasserspeicher ausreichend wärmer ist als die Zirkulationsleitung (einstellbare Differenztemperatur) — kaltes Umwälzen wird so verhindert.
- Mehrere Stränge: Pro Haus sind mehrere Zirkulations-Regelungen möglich, etwa für die Stränge eines Mehrfamilienhauses.
1.1 Einrichtung Schritt für Schritt
- Temperatursensor montieren (empfohlen): Befestigen Sie einen Temperatursensor am Rücklauf der Zirkulationsleitung, kurz vor dem Wiedereintritt in den Speicher, und benennen Sie ihn z. B. „Rücklauf Zirkulation“. Die Regelung funktioniert auch ohne Fühler im reinen Takt-Betrieb — mit Fühler regelt sie aber bedarfsgerecht nach Temperatur.
- Regelung anlegen: Legen Sie eine neue Differenzregelung an (z. B. „Zirkulationspumpe“) und stellen Sie den Anwendungszweck auf „Zirkulation (Warmwasser)“. Die Zirkulations-Einstellungen erscheinen.
- Sensor und Zieltemperatur: Weisen Sie den Sensor am Zirkulations-Rücklauf als S2 zu und stellen Sie die Zieltemperatur ein. Ein guter Startwert sind 40–45 °C; reicht Ihnen warmes Wasser mit etwas Vorlauf, genügen auch 35 °C — je niedriger die Zieltemperatur, desto sparsamer der Betrieb.
- Takt einstellen: Legen Sie Takt-Raster und Freigabe je Raster fest (z. B. 15 Minuten Raster, 5 Minuten Freigabe). Raster 0 bedeutet: kein Takt, die Temperaturregelung entscheidet allein. Freigabe 0 bedeutet: Pumpe dauerhaft gesperrt.
- Optional — Warmwasserplan koppeln: Aktivieren Sie „Warmwasserplan als Freigabe nutzen“ und haken Sie die Szenen an, in denen zirkuliert werden darf. Das Warmwasser-Programm wird beim Speichern bei Bedarf automatisch mit angelegt; die Zeiten pflegen Sie wie gewohnt in der Temperaturplanung.
- Boost-Dauer festlegen: Stellen Sie ein, wie lange ein Boost-Lauf dauern soll (z. B. 10 Minuten).
- Ausgang zuweisen: Speichern Sie die Regelung und weisen Sie ihr unter Haus & Geräte → Ausgänge den Relaisausgang zu, der die Zirkulationspumpe schaltet.
- Im Alltag: Die Statuskarte „Zirkulation“ auf der Regelungsseite zeigt jederzeit, ob das Takt-Fenster offen ist und ob die aktuelle Szene die Zirkulation freigibt. Der Taster „Boost: Pumpe X min laufen lassen“ startet den Sofort-Lauf.
Hinweis zum Sensorausfall: Ist ein Fühler konfiguriert, liefert aber keine Werte mehr, schaltet die Regelung die Pumpe sicherheitshalber aus; auch der Boost startet in diesem Fall nicht. Prüfen Sie dann zuerst die Sensorverbindung.
2. Klassische Oberfläche: Zweipunkt-Differenzregelung
Auf Systemen ohne Smart Heat Nova wird die Zirkulationspumpe über eine einfache Zweipunkt-Differenzregelung gesteuert. Auch hier gilt das Grundprinzip: Ein Temperatursensor am Rücklauf der Zirkulationsleitung misst, ob die Leitung noch warm ist. Die Steuerung aktiviert die Pumpe und hält sie so lange in Betrieb, bis die am Sensor eingestellte Zieltemperatur erreicht wird. Nach dem Abschalten kühlt der Sensor durch den natürlichen Wärmeverlust allmählich ab, sodass die Pumpe bei Unterschreitung der Zieltemperatur automatisch wieder startet — eine effiziente, natürliche Taktung.
Die Schritte zur Einrichtung:
- Installation des Temperatursensors: Befestigen Sie den Temperatursensor am Rücklauf der Zirkulationsleitung und benennen Sie ihn als „Rücklauf Zirkulationspumpe“.
- Konfiguration der Differenzregelung: Richten Sie eine Differenzregelung ein und geben Sie ihr die Bezeichnung „Zirkulationspumpe“. Weisen Sie den zuvor installierten Temperatursensor als Sensor S2 zu. Die Slots für S1 und S3 bleiben ungenutzt, wodurch sich eine effektive Zweipunkt-Regelung ergibt.
- Einstellen der Solltemperatur: Passen Sie die Solltemperatur für Sensor S2 individuell an. Es wird empfohlen, mit einer Maximaltemperatur von 45 °C zu starten. Je nachdem, wie zufriedenstellend die Verfügbarkeit von warmem Wasser bei dieser Einstellung ist, können Sie die Temperatur nach oben oder unten korrigieren — eine niedrigere Einstellung wie 35 °C kann ausreichen, wenn nicht sofort heißes Wasser gebraucht wird, und spart Energie.
- Anpassung des Steuerungsbereichs: Aktivieren Sie den Slider für die Temperaturregelung und stellen Sie den Wertebereich zwischen 20 °C und 50 °C ein.
- Aktivierung zusätzlicher Module: Schalten Sie das Modul für Kalender und Timer in der Differenzregelungs-Konfiguration frei, um eine flexible zeitliche Steuerung zu ermöglichen.
- Speichern der Konfiguration.
- Zuweisung eines Relaisausgangs: In der Ausgangskonfiguration unter „Haus & Geräte → Ausgänge“ weisen Sie der Differenzregelung einen Relaisausgang zu, der die Zirkulationspumpe schaltet.
- Sperrzeiten über Kalender-Offsets: Legen Sie über Kalendereinträge negative Offsets (z. B. −20 K) fest, um Zeiten zu definieren, in denen die Zirkulationspumpe dauerhaft ausgeschaltet bleiben soll (z. B. nachts).
3. Lohnt sich der Dauerbetrieb? Ein ehrlicher Blick auf den Energieverbrauch
Zirkulationspumpen können erhebliche Mengen an Energie verbrauchen und den Warmwasserspeicher stark beanspruchen — die Betriebskosten einer dauerlaufenden Zirkulation erreichen oft mehrere hundert Euro pro Jahr und übersteigen damit häufig die Kosten des zusätzlichen Kaltwasserverbrauchs beim Warten auf warmes Wasser. Falls warmes Wasser auch ohne ständige Zirkulation in akzeptabler Zeit verfügbar ist, kann es die wirtschaftlichste Lösung sein, die Pumpe ganz abzuschalten.
Um die Situation im eigenen Haushalt zu bewerten, lassen Sie die Zirkulationspumpe testweise einige Stunden ununterbrochen laufen und beobachten Sie den Verlauf der Warmwassertemperatur im Controme-System: Ein schneller, deutlicher Temperaturabfall im Speicher bei aktiver Pumpe zeigt hohe Zirkulationsverluste an. Genau hier spielt die bedarfsgerechte Ansteuerung ihre Stärke aus — mit Temperaturregelung, Takt-Betrieb und Zeitplan-Freigabe holt sie den Komfort der Zirkulation mit einem Bruchteil der Laufzeit und damit der Verluste.